Foto: FSJlerInnen beim Diakonieempfang am 17. August im Garten des Hauses der Diakonie
Die Bundesländer Berlin und Brandenburg sollen sich nicht länger einer Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres/FSJ verweigern. Das forderte Susanne Kahl-Passoth, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO), am 17. August in der Bundeshauptstadt. Anlass war ein Abschlussfest für 74 FSJlerInnen, die ihren Einsatz Ende August 2005 nach in der Regel 12-monatiger Tätigkeit bei der Diakonie erfolgreich beenden.
Insbesondere angesichts der Lage auf dem Ausbildungsmarkt sei es nicht akzeptabel und politisch nicht zu vermitteln, so die Theologin, dass in der heimischen Region die Einrichtungen die Kosten für die FSJ-Praxisstellen von je rund 590 Euro selbst zu tragen hätten. Sie lobte in diesem Zusammenhang das Engagement von z.B. Schleswig-Holstein, Bayern und Sachsen, wo eine finanzielle Förderung des FSJ selbstverständlich sei. Bei Einrichtungen und Betrieben seien junge Menschen, die ein FSJ geleistet haben, anerkannt und würden gerne als Auszubildende genommen, betonte die Diakoniechefin. Darum müsse das Freiwillige Soziale Jahr mit seiner betrieblichen Qualifizierung und beruflichen Orientierung als hervorragender Weg in die Arbeitswelt auch angemessen politisch gefördert werden!
Bundesweit gibt es im evangelischen Bereich (Landeskirchen, Diakonie, Freikirchen und Bundesorganisationen) 4780 Plätze; staatlich gefördert werden nur 3150.
Das Freiwillige Soziale Jahr/Diakonische Jahr ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren, der in sozialen Einrichtungen geleistet und pädagogisch begleitet wird. Es beginnt im Herbst eines jeden Jahres, dauert im Regelfall 12 Monate. Einsatzstellen sind in der Altenpflege, in Sozialstationen, in der Behindertenhilfe, in der Jugendhilfe, in Krankenhäusern, Kirchengemeinden und Kindertagesstätten. So sind junge Menschen u.a. im Evangelischen Johannesstift, im Martin-Luther-Krankenhaus, jeweils Berlin, oder auch in den Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau tätig. 70 % der Absolventen setzen ihr Engagement nach dem FSJ durch eine soziale Ausbildung oder ein Fachstudium fort. Der Wunsch junger Menschen, ein FSJ zu absolvieren, ist riesig: Auf derzeit 135 in kirchlich-diakonischen Einrichtungen der Region zur Verfügung stehenden Plätze kamen 2004 fast 1000 Bewerbungen. Die sozialen Einrichtungen haben Kosten von rund 590 Euro pro FSJ-Stelle, darin ist ein Taschengeld von 205 Euro im Monat für die FSJlerInnen enthalten.
Kontakt im DWBO: Katrin Winkler, 030 44323732









