Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth: Berlin und Brandenburg müssen sich an der Finanzierung des FSJ beteiligen
Mit einem Gottesdienst am Dienstag, 4. Oktober 2005, wurden in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche 120 Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres/FSJ von Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth in ihre unterschiedlichen sozialen Dienste eingeführt.
Die Jugendlichen zwischen 17 und 23 Jahren, 15% davon männlich, sind für ein Jahr in 25 verschiedenen Diakonieeinrichtungen tätig. Zu ihren Aufgaben gehören z.B. die Betreuung behinderter und alter Menschen oder der Einsatz in Kindergärten. Der Entschluss zu einem solchen sozialen Einsatz sei bedeutsam für das ganze Leben, lobte Kahl-Passoth, er spreche für das Engagement und Interesse junger Menschen, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und stelle oft die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft in sozialen Berufen.
Die Bundesländer Berlin und Brandenburg forderte Susanne Kahl-Passoth beim Gottesdienst auf, sich nicht länger einer Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres/FSJ zu verweigern. Insbesondere angesichts der Lage auf dem Ausbildungsmarkt sei es nicht akzeptabel und politisch nicht zu vermitteln, dass in der heimischen Region die sozialen Einrichtungen die Kosten für die FSJ-Praxisstellen von je rund 590 Euro selbst zu tragen hätten. Die Theologin würdigte in diesem Zusammenhang das Engagement von z.B. Schleswig-Holstein, Bayern und Sachsen, wo eine finanzielle Förderung des FSJ selbstverständlich sei. Bei Einrichtungen und Betrieben seien junge Menschen, die ein FSJ geleistet haben, anerkannt und würden gerne als Auszubildende genommen, betonte die Diakoniechefin. Darum müsse das Freiwillige Soziale Jahr mit seiner betrieblichen Qualifizierung und beruflichen Orientierung als hervorragender Weg in die Arbeitswelt auch angemessen politisch gefördert werden!
Bundesweit gibt es im evangelischen Bereich (Landeskirchen, Diakonie, Freikirchen und Bundesorganisationen) 4780 FSJ-Plätze; staatlich gefördert werden nur 3150.
Pressekontakt im DWBO: Katrin Winkler, 0172 3029426
Zum Hintergrund: Das Freiwillige Soziale Jahr/Diakonische Jahr ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren, der in sozialen Einrichtungen geleistet und pädagogisch begleitet wird. Es beginnt im Herbst eines jeden Jahres, dauert im Regelfall 12 Monate. Einsatzstellen sind in der Altenpflege, in Sozialstationen, in der Behindertenhilfe, in der Jugendhilfe, in Krankenhäusern, Kirchengemeinden und Kindertagesstätten. So sind junge Menschen u.a. im Ev. Geriatriezentrum Berlin, im Martin-Luther-Krankenhaus, jeweils Berlin, oder auch in den Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau tätig. 70 % der Absolventen setzen ihr Engagement nach dem FSJ durch eine soziale Ausbildung oder ein Fachstudium fort. Der Wunsch junger Menschen, ein FSJ zu absolvieren, ist riesig: Auf derzeit 135 in kirchlich-diakonischen Einrichtungen der Region zur Verfügung stehenden Plätze kamen 2005 fast 1000 Bewerbungen. Die sozialen Einrichtungen haben Kosten von rund 590 Euro pro FSJ-Stelle, darin sind ein Taschengeld von 205 Euro im Monat für die FSJlerInnen sowie Sozialabgaben und Kosten für begleitende Qualifizierungsmaßnahmen enthalten.









